ALL ABOUT HISTORIE

Wie alles begann?

Schon seit längerer Zeit schwirrte mir die Idee von einem athletischen und funktionalen Training im Kopf. Diese Dynamik, Elastizität, Wendigkeit, Kraft und Geschicklichkeit machen den Menschen stählern, beweglich und scheinbar grenzenlos ausdauernd. Das ist auch einer der Faszinationen, mit der ich die Olympischen Spiele oder auch andere kleine sportlichen Wettkämpfe beobachte und bei jeder Bewegung mit fiebere. 2010 konnte ich diese Idee umsetzen und sie bekam einen Namen „Bootcamp“. Dieser Name kommt ursprünglich aus dem Amerikanischen und die Idee vom Boot Camp ist dort bereits seit über 15 Jahren etabliert.
Also quäle, zumindest nur auf den ersten Blick, ich die Menschen im Park, lasse sie die Bänke hoch springen, sämtliche Tiere nachahmen und Liegestütze sowie Kniebeugen bis zum Umfall machen. Paradoxerweise freut sich der Mensch über den Muskelschmerz, jammert ein wenig, ruht sich aus und macht wieder weiter. So soll es auch sein! Denn ich als Sportwissenschaftlerin kann mich „austoben“, indem ich neue, teilweise verrückte, Übungskombinationen, Laufvarianten und trainingswissenschaftlichen Methodenpluralismus vorgebe und nach einigen Wochen feststelle, wie leistungsfähig und bewegungsakzentuiert meine Schützlinge geworden sind.
Ein Hoch auf Dich, weil Du mir so lange treu geblieben bist und Dich einfach gern aus der Reserve locken lässt!

Wo geht es hin?

Zu Beginn gab es das Bootcamp Training als offene Kurse, so dass jeder seinen eigenen Trainingsrhythmus und Stundenplan gestalten konnte. Seit 2014 gibt es zusätzlich Trainingsreihen, die von den Krankenkassen (KK) im Rahmen des Präventionsprogramms bezuschusst werden. Eine Kombination aus diesen beiden Bausteinen gibt eine Regelmäßigkeit vor, lässt aber auch genügend Freiraum. Diese Kombi soll weiterhin bestehen.
Mir selbst ist es wichtig, dass meine Kunden lernen, bewusster mit dem eigenen Körper und den eigenen Ressourcen umzugehen. Deswegen lege ich viel Wert auf die Bewegungsqualität und weniger auf die Wiederholungszahlen. Dieser Gedanke wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich sehr intensiv mit dem Thema „Ernährung“. Beide Säulen, Bewegung und Ernährung, sollen so verständlich vereint werden. Dabei kann es sich um Wettkampfvorbereitung oder um die Verbesserung des Lebensstils handeln.

Zum 5 Jährigen Geburtstag von Bootcamp (2015) gab es folgende Geschichte:

Mit Marina: Von Pudding zu stark

Anfang 2011 habe ich „Bootcamp München“ gegoogelt und Marina gefunden. Damals dachte ich, ich sei relativ gut trainiert. Immerhin war ich seit über zwanzig Jahren regelmäßig im Fitnessstudio.
Schnell kam die Ernüchterung: Das war ein völlig anderes Kaliber, als im Studio, wo man dann doch viel isoliert arbeitet. – Mir war gleich klar: Das bringt dir viel, aber eben nur, wenn du auch hingehst! Was manchmal bedeutet, im Regen durch die Koordinationsleiter zu hopsen oder mitten im Schneesturm den Bauch zu trainieren. – Das fiel mir nicht leicht, denn ich bin weder ein Sportfreak, noch zog es mich ins Freie. Erst recht nicht, wenns kalt, dunkel oder nass ist. [Das Wetter spielt übrigens meistens super mit, und wenn man sich keine Ausnahmen erlaubt, merkt man, dass es was Heldenhaftes hat, Mücken, Wind und Wetter zu widerstehen.]
Schon nach dem ersten Jahr war ich weiter, als in zwei Jahrzehnten Fitnessstudio! In den letzten vier Jahren bin ich von 65 kg auf 55 kg (bei 1,65 m) gekommen. Ich habe eine enorm starke Körpermitte, kann zum ersten Mal im Leben enge, langsam ausgeführte Liegestütze und trainiere gerade freiwillig an meinem ersten Klimmzug!
Das Bootcamp ist sehr abwechslungsreich und nicht quälerisch – Marina ist kein Drill Instructor. 😉 Die Leute sind total nett und gemischt, was Alter und Fitnesslevel betrifft: Die meisten sind durchschnittlich trainiert, manche fangen komplett neu an und andere sind versierte Sportler. Es gibt kein Geglotze, blödes Gerede oder falschen Ehrgeiz. Jeder arbeitet da, wo er gerade steht. Die Intensität und die Übungen lassen sich dem Level anpassen.
Wenn ich Tipps geben sollte: Komm wirklich regelmäßig und bau langsam auf. Lass dich von Marina korrigieren, achte auf die Form und hilf deinem Körper dabei, sich der ungewohnten Belastung anzupassen. So schaffst du eine solide Basis, ohne dich zu überfordern. Besonders am Anfang muss man sich einfach durchbeißen.
Doch wer dranbleibt, erntet rasante Fortschritte. Ich bin nicht nur, so fit wie noch nie, sondern so fit, wie ich es nie für möglich gehalten hätte!
Gitte Härter, 45 Jahre